Feiertag am Wochenende – der Feiertag, der keiner war



Bild: KI generiert

Kennt ihr das? Ein Feiertag im Kalender – rot markiert, Herz macht einen kleinen Freudentanz – und dann fällt er ausgerechnet aufs Wochenende. Danke, Kalender. Wieder ein Feiertag verschenkt, wie eine Schallplatte mit Kratzer auf dem besten Song.

Wenn alle jubeln und dein Alltag einfach weiterläuft

Für viele heißt ein Feiertag: Brückentag, ausschlafen, langes Wochenende. Für uns Pflegende ist es oft einfach nur ... ein Tag. Ein Tag wie jeder andere auch. Die Medikamente interessiert es nicht, ob heute Feiertag ist. Das Mittagessen will zubereitet werden, ob am Ende des Namens jetzt "tag" oder "ende" steht. Die Pflege kennt keine Feiertagsregelung. 24/7, Sommer wie Winter, Rosenmontag wie Heiligabend.

Von wegen zu wenig arbeiten

Und während wir uns über verlorene Feiertage ärgern, verkündet unser Bundeskanzler, wir würden in Deutschland zu wenig arbeiten. Danke, Herr Merz, sehr erhellend. Ausgerechnet wir Pflegenden – die rund um die Uhr rannten, ob Feiertag oder nicht – sollen angeblich zu wenig arbeiten? Ich lache mir eine Träne, während ich das dritte Medikament für heute sortiere. Wer so einen Job zu Hause hat, der hat von "zu wenig arbeiten" genau gar keine Ahnung.

Und noch ein Detail, das gerne vergessen wird: Wie viele Feiertage dir überhaupt zustehen, hängt davon ab, wo du wohnst. In Bayern sind es bis zu 13, in Hamburg oder Berlin eher die magere Basisausgabe. Ich sitze in Wuppertal, also NRW – immerhin mit Fronleichnam und Allerheiligen. Ein bisschen Feiertags-Lotterie ist es also sowieso schon. Für uns Pflegende heißt das aber am Ende dasselbe: Egal ob 9, 11 oder 13 offizielle Feiertage – gezählt wird bei uns keiner davon richtig.

Yakari hätte dazu wahrscheinlich gesagt: "Feiertag? Nett für euch. Mein Napf ist trotzdem um 7 leer." – Und Recht hätte er. Soumi und Tommy haben's ähnlich gesehen: Feiertag ist, wenn Futter kommt. Micky hat einfach weiter geschlafen, egal was der Kalender meinte. Katzen sind da ehrlich. Sie machen sich nichts vor.

Der kleine Vorteil, den keiner haben will

Klar, es gibt einen "Vorteil": An Feiertagen, die aufs Wochenende fallen, ist es stiller. Kein Anruf, der mit "Sie haben heute doch frei, oder?" beginnt. Kein Terminstress. Die Welt macht Pause – nur wir nicht. Und ehrlich: Manchmal ist genau das okay. Keine Erwartungen, keine "Na, was hast du heute Schönes gemacht?"-Blicke. Wir sind einfach da, tun, was getan werden muss, und gut ist.

Sei gnädig mit dir

Mein Gedanke dazu: Es ist okay, wenn an so einem Tag Frust aufsteigt. Du darfst trotzdem ein winziges Stück Feiertag für dich rausholen. Ein Kaffee auf dem Balkon. Ein Lieblingssong, ein bisschen lauter als sonst. Fünf Minuten, die nur dir gehören – das ist der neue Feiertag.

Was bleibt

Feiertage am Wochenende sind wie Regen am Urlaubstag: Sie existieren offiziell, aber du hast nichts davon. Trotzdem gilt: Auch wenn dein Kalender keinen Feiertag kennt, dein Herz darf einen haben. Nimm dir die fünf Minuten. Du hast sie dir verdient.

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