Warum die #AfD die öffentlich-rechtlichen Medien zerstören will
Die Medien gerieren sich zunehmend als „die vierte Macht im Staate“ - auch @Michael Blume spricht gerne von der „Publikative“ als Pendant zu Legislative, Exekutive und Judikative.
Allerdings gibt es (inzwischen?) einen wichtigen Unterschied: die „Publikative“ entzieht sich immer mehr dem Verfassungsgrundsatz des Art. 20 Abs. 2 Grundgesetz, wonach alle Staatsgewalt vom Volke auszugehen hat. Konnte man dies in früheren Zeiten noch so akzeptieren, als die Presse sich noch nicht explizit als „4. Staatsgewalt“ angesehen hat, ist das heute nur noch schwer nachvollziehbar.
Private Presseorgane mussten früher darum ringen, die Legitimation von den sie kaufenden oder abonnierenden Bürger zu erhalten, die öffentlich-rechtlichen Medien konnten - durch die von demokratisch legitimierten Aufsichtsgremien ausgeübte Supervision - ebenfalls die Einbindung in den grundrechtsorientierten Staat für sich beanspruchen. Eine konkrete Subsumierung unter Art. 20 II GG war damit zwar nicht verbunden, aber immerhin lag diese gedanklich nicht unerreichbar fern. Das hat sich durch das Vordringen derjenigen Presse- und Medienerzeugnisse jedoch stark verändert, deren wirtschaftliche - und damit auch publizistische - Existenz nicht mehr vom Käuferverhalten oder von der Aufsicht demokratisch legitimierter Organe abhängig ist, sondern die von superreichen Medienmogulen ausgehalten werden und daher bestrebt sind, dessen Meinungsbild und Weltanschauung zu verbreiten - „wes Brot ich ess, des Lied ich sing!“ Eine Rückkoppelung an die vielbeschworene „Volkes Meinung“ wird dadurch immer geringer, das „berichten, was ist“ wird immer mehr von der Maxime des „schreiben, wie ich es haben will“ abgelöst. Dass damit ganze Volksgruppen und Wählerschaften im Sinne der politischen Ausrichtung der Geldgeber „verschoben“ werden können, erlebt man weltweit; besonders kräftig dürfte das inzwischen in den USA und in Europa ausgeprägt sein, wo dieser Effekt fatalerweise nicht zuletzt zur Beförderung rechtsradikaler bis rechtsextremistischer Weltbilder genutzt wird. Ein ähnlicher Effekt - wenn auch aus anderen Mechanismen heraus - zeigt sich in von diktatorischen Regimes dominierten Gesellschaften.
Was bedeutet das für Menschen, die Demokratie und die Bindung einer Gesellschaft an Grundrechte für essentiell halten? Der beschriebene Effekt lässt sich vermutlich nicht umkehren. Aber: wir können daran arbeiten, eben nicht immer Presse und Medien als gleichrangige „4. Gewalt“ zu akzeptieren. Wir müssen immer wieder betonen, dass dieser Ehrentitel eben nur dann adäquat verwendet wird, wenn eine Rückkoppelung an Art. 20 II GG mindestens mittelbar vorhanden ist, entweder durch wirtschaftliche Erfolgsanzeige durch Kauf oder Abonnement oder durch öffentlich-rechtliche Gestaltung und Supervision durch Gremien mit demokratischer Legitimation.
Und daraus ergibt sich dann auch die Differenzierung: ARD, ZDF, Deutschlandfunk und ihre Programme sind wegen ihrer öffentlich-rechtlichen Bindung legitime Organe der Publikative, RTL, Pro7 etc. jedoch nicht. Vergleichbares gilt bei den Printmedien, wo die lokalen oder überregionalen Tageszeitungen und Abonnementsblätter wie Süddeutsche, FAZ, Zeit, Handelsblatt, taz und viele andere mehr wegen ihrer festen wirtschaftlichen Bindung an die Leserschaft als Teil der 4. Gewalt gesehen werden, irgendwelche Anzeigenblätter oder von Einzelpersonen millionenfach in die Öffentlichkeit gedrückten Publikationen aber diese Qualität nicht für sich beanspruchen können. Ich halte diese Differenzierung für wichtig; wir sollten eben nicht alles, was irgendwie gedruckt oder gesendet erscheint, als Teil der 4. Gewalt, der „Publikative“ qualifizieren und akzeptieren.
Und damit kommen wir zur Ausgangsfrage zurück: dass die AfD und andere extremistische Gruppierungen von links und rechts sich so häufig und gerne auf die öffentlich-rechtlichen Medien „einschießen“ und sie zerstören wollen, wird unter diesen Gesichtspunkten verständlich. Öffentlich-rechtliche Medien und Abonnementsblätter sind Garant dafür, dass Presse und Medien bei entsprechender Ausgestaltung durchaus Rechtsqualität als Teil der vom Volk ausgehenden Staatsgewalt beanspruchen können, aber dem Volk gegenüber auch wirtschaftlich und/oder institutionell rechenschaftspflichtig sind. Die Postillen, die aus dem dunklen Hinterstübchen heraus von irgendwelchen Milliardären zur Umsetzung ihrer politisch extremen Ansichten instrumentalisiert werden, sind dies aber nicht, und das macht sie für Extremisten so interessant.
Und genau darin liegt der Grund, warum die AfD so erpicht darauf ist, die öffentlich-rechtlichen Medien zu zerstören!
Njörðr
Als Antwort auf Florian Lancker • • •berlin_radler
Als Antwort auf Florian Lancker • • •angefügt zwei Fotos derselben Fußgängyquerung an einer großen Kreuzung, deren Blindenleidstreifen einmal von einem dunklen Falschblech auf der Straße davor blockiert ist , einmal von einem weißen SUV
Critical Silence
Als Antwort auf berlin_radler • • •Das dürften doch nur Bundesbürgis sein, auf die die Regierung seit Koalitionsschluss ohnehin schon ständig spuckt und tritt?
Dieser provokante Verstoß könnte doch zB damit geahndet werden, dass die Karren abgeschleppt werden und erst wieder gegen Strafe freigegeben werden. Die Strafe ist bis zu einem gewissen Einkommen 500€, danach natürlichen prozentual am Gehalt bemessen.
Zieht das überall durch und Verkehr ist Quiet and Peace.
@Lancker
bmaxv
Als Antwort auf Critical Silence • • •@CriticalSilence @berlin_radler
Die "Lobby" ist einerseits rechts neo liberal und baut Stellen ab, weil großer Staat böse und andererseits links und denen kannst du mehr Polizei auch schlecht verkaufen.
Irgendwo dazwischen findet sich bestimmt auch noch jemand der meinte, hohe Strafen wären schlecht für die soziale Verträglichkeit, im Gegensatz zu dem armen, armen Autofahrer und Auto, der ja total sozial verträglich im Weg steht und auch nur für fünf Minuten oder so.
berlin_radler
Als Antwort auf bmaxv • • •Karl Name
Als Antwort auf Florian Lancker • • •Der Fisch
Als Antwort auf Karl Name • • •Die E-Scooter werden tagsüber nach Benutzung von den Kunden geparkt. Natürlich hat keiner Lust lange nach einem passenden Stellplatz zu suchen. Und oftmals auch keine Zeit, weil die nächste Viertelstunde Geld kostet. Dazu kommt, dass die Abstellzonen manchmal sehr schmal sind.
Das ganze Prinzip ist … verbesserungswürdig.
Karl Name
Als Antwort auf Der Fisch • • •Kunden parken einzelne E-Scooter irgendwo.
Wenn aber eine ganze Reihe E-Scooter sauber ordentlich mitten im Weg stehen, war das der Anbieter. Das Konzept ist ja, dass die sehr auffällig dastehen und nicht irgendwo hinten im Eck.
Der Fisch
Als Antwort auf Karl Name • • •Ob die Räder werbewirksam an zentraler Stelle stehen sollen – glaub ich gar nicht mal. Einmal hatte ich fünf Stück auf den Stellplätzen beim Rewe gesehen. Schön in Reihe – aber auch überhaupt nicht einsehbar von der Straße. Wer ein Rad braucht, guckt doch in der App nach statt auf der Straße zu suchen.
Karl Name
Als Antwort auf Der Fisch • • •Da bin ich anderer Meinung.
Für mich ist es offensichtlich, dass die Mitarbeiter gesagt bekommen, dass sie die E-Scooter möglichst prominent platzieren sollen. Im wahrsten Sinne des Wortes, dass man "drüberfällt".
ClaudiaZ
Als Antwort auf Florian Lancker • • •Mata
Als Antwort auf ClaudiaZ • • •Elminuto (punkstodon)
Als Antwort auf Florian Lancker • • •Für alle Katzenbedienstete: das ist nachts der Weg zum Klo, auf dem mindestens eine große, "unsichtbare" Katzenkotzlache ist... (Oder ein schlimmeres Malheur... 😖)
Das mit dem Fahrradständer schockiert mich jetzt wirklich etwas (Ja, ich bin ein bißchen naiv manchmal). Der Rest ist die übliche Ignoranz, die mich auch als Sehenden reichlich nervt.
Lasst uns alle mehr Rücksicht nehmen.
Nils Jansen
Als Antwort auf Florian Lancker • • •Phoebe Klein
Als Antwort auf Florian Lancker • • •Lkws genauso, die blockieren meistens den Fußweg, den Radweg und Teile der Straße.
Jörg 🇩🇪🇬🇧🇪🇺
Als Antwort auf Florian Lancker • • •Einmal hat es gepasst, dass ich einen Autofahrer antraf und freundlich darauf ansprach, was er da gerade zuparkt. Ich habe ihn noch nicht mal wegen des Fußwegs kritisiert. Nur wegen des Leitsystems.
Ich wurde sofort aggressiv angegangen mit den Worten: „Kümmer dich um deinen eigenen Scheiß du Arschloch.“ Da war ich schon froh mir nicht direkt ein paar eingefangen zu haben.
Ich wünsche Menschen nichts schlechtes, aber bei dem würde ich eine Ausnahme machen.
Nike Leonhard hat dies geteilt.
Nike Leonhard
Als Antwort auf Jörg 🇩🇪🇬🇧🇪🇺 • • •E-Roller kann man wenigstens vom Fußweg auf die Straße befördern, oder in eine Parkbucht. Bei Autos ist das schwierig - dabei hätte ich immer wieder große Lust, die auch einfach umzuschmeißen.
@Lancker
Wunni
Als Antwort auf Nike Leonhard • • •@AlienJay @Lancker
Jan Paul
Als Antwort auf Jörg 🇩🇪🇬🇧🇪🇺 • • •So eine Situation gibt es bei uns gegenüber der Arbeit auf der anderen Straßenseite.
Zum Glück wird da durchs Ordnungsamt rigoros abgeschleppt, wenn wieder jemand auf dem Leitstreifen parkt. Also etwa täglich.
Jörg 🇩🇪🇬🇧🇪🇺
Als Antwort auf Jan Paul • • •@JanPaul Bei uns kümmert sich das Ordnungsamt so gut wie gar nicht drum. Als ich mit denen dazu mal gesprochen habe kam nur, dass sie keine Kapazitäten dazu hätten und ich könne ja Anzeige erstatten.
Ja, klar. Ich mache den Knöllchen-Horst und jedesmal steht dann mein Name drauf. Den Teufel werde ich tun.
Wozu unser Ordnungsamt aber Kapazität hat:
- Auf Märkten spazieren gehen um aufzupassen, dass die Marktbeschicker nix falsch machen
- Überschrittene Parkzeiten auf den Innenstadtparkplätzen ahnden
- Geschwindigkeitsüberwachung an Stellen, die keine Gefahrenquellen sind; auch laut Polizeistatistik
- Bei Betrieben mit Außengastronomie aufpassen, dass die Grenze keinen Zentimeter überschritten wird.
@Lancker
Friesenloewe
Als Antwort auf Florian Lancker • • •Marcel Geveler
Als Antwort auf Florian Lancker • • •pluhmen
Als Antwort auf Marcel Geveler • • •@unnon89 Seit Anfang an gibt es in Leipzig für E-Scooter verpflichtende Zonen, wer sich nicht daran hält wird zu Kasse gebeten. Die Miete läuft z.B. weiter wenn das Teil nicht in so einer Zone geparkt wird.
Ich lese seitger immer aus anderen Städten über Probleme mit den Dingern und ich frage mich warum man das Leipziger Modell nicht einfach nach macht, statt dessen nur sinnlose Grabenkämpfe.
@Lancker