Digitale Souveränität – aber mit Rechenzentren aus dem Ausland?
Deutschland will digital souveräner werden.
Wir sollen unabhängiger von amerikanischen Cloud-Anbietern und außereuropäischen Technologien werden. Eigene Rechenkapazitäten, leistungsfähige Rechenzentren und eine starke europäische IT-Infrastruktur gelten inzwischen selbst politisch als entscheidende Voraussetzungen für wirtschaftliche und technologische Eigenständigkeit.
Und dann hören wir:
Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen rund 40 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Ein bedeutender Teil dieser Investitionen soll in moderne Rechenzentren und digitale Infrastruktur fließen.
Die Bundesregierung begrüßt das.
Natürlich kann man sich darüber freuen, wenn ausländisches Kapital nach Deutschland kommt. Natürlich entstehen dadurch Arbeitsplätze und wirtschaftliche Aktivität.
Aber ist das wirklich die entscheidende Frage?
Für mich lautet die entscheidende Frage:
Wie ernst meinen wir es eigentlich mit der digitalen Souveränität?
Rechenzentren sind längst keine beliebigen Gewerbeimmobilien mehr.
Sie sind ein Teil der strategischen Infrastruktur eines modernen Staates.
Dort läuft die Cloud.
Dort werden Daten verarbeitet.
Dort entstehen KI-Anwendungen.
Dort befinden sich wesentliche technische Grundlagen für Unternehmen, Verwaltung, Forschung und Kommunikation.
Rechenleistung ist heute ein Produktionsfaktor.
Wer über diese Infrastruktur verfügt, verfügt damit über einen wesentlichen Bestandteil zukünftiger wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit.
Und ausgerechnet jetzt verfügt Deutschland über ein kreditfinanziertes Sondervermögen in einer Größenordnung von 500 Milliarden Euro.
Schulden, die letztlich von den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes getragen werden müssen.
Wenn wir schon derartige Summen aufnehmen, stellt sich für mich eine ganz einfache Frage:
Warum investieren wir nicht selbst viel stärker in genau jene Infrastruktur, von der unsere zukünftige technologische Unabhängigkeit abhängt?
Warum schafft Deutschland nicht ein Umfeld, in dem deutsche und europäische Unternehmen Rechenkapazitäten in großem Umfang aufbauen können?
Denn die Kompetenz dafür existiert längst.
Nehmen wir beispielsweise @Hetzner
Das deutsche Unternehmen entwickelt und betreibt seit vielen Jahren eigene Rechenzentrumsinfrastruktur. In Falkenstein im Vogtland und in Nürnberg entstanden große Datacenter-Parks, die vom Unternehmen selbst geplant und aufgebaut wurden.
Hetzner gehört heute zu den großen europäischen Hosting- und Rechenzentrumsanbietern.
Also fehlt es Deutschland offensichtlich nicht grundsätzlich am technischen Wissen.
Was fehlt, sind offenbar andere Voraussetzungen.
Ausreichende und planbare Energieversorgung.
Flächen.
Netzanbindungen.
Investitionsmöglichkeiten.
Planungssicherheit.
Und möglicherweise vor allem eine politische Strategie, die digitale Infrastruktur tatsächlich als Kerninfrastruktur betrachtet.
Stattdessen erleben wir einen merkwürdigen Widerspruch:
Auf der einen Seite wird erklärt, Deutschland müsse digital unabhängiger werden.
Auf der anderen Seite freuen wir uns, wenn ausländische Staaten beziehungsweise deren Investoren Milliarden bereitstellen, um genau jene Infrastruktur bei uns aufzubauen, die wir für diese Unabhängigkeit benötigen.
Das passt für mich nicht zusammen.
Damit wir uns nicht falsch verstehen:
Das Problem sind nicht die Vereinigten Arabischen Emirate.
Ganz im Gegenteil.
Wenn dort erkannt wird, dass Rechenzentren, Energie und digitale Infrastruktur strategische Zukunftsinvestitionen sind, dann handeln die Verantwortlichen aus ihrer Perspektive vollkommen nachvollziehbar.
Die Frage ist vielmehr:
Warum erkennen wir diese strategische Bedeutung nicht selbst in derselben Konsequenz?
Warum fördern wir nicht gezielt den Ausbau deutscher und europäischer Anbieter?
Warum helfen wir Unternehmen wie Hetzner nicht dabei, ihre Infrastruktur in Deutschland und Europa massiv auszubauen?
Warum verwenden wir öffentliche Investitionsmittel nicht viel stärker dafür, langfristig eigene technologische Stärke aufzubauen?
Bei Infrastruktur dieser Bedeutung dürfen wir nicht nur fragen:
Wie viele Arbeitsplätze entstehen?
Wir müssen auch fragen:
Wer finanziert die Infrastruktur?
Wer besitzt sie?
Wer betreibt sie?
Wer kontrolliert sie?
Wo verbleibt das technische Wissen?
Und wo verbleibt langfristig die Wertschöpfung?
Digitale Souveränität entsteht nicht dadurch, dass Rechenzentren lediglich geografisch in Deutschland stehen.
Sie entsteht dann, wenn wir auch die Fähigkeit besitzen, die zugrunde liegende Infrastruktur selbst aufzubauen, zu betreiben, weiterzuentwickeln und zu finanzieren.
Vielleicht sollten wir deshalb bei der Nachricht über die Milliardeninvestitionen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht nur jubeln.
Vielleicht sollten wir sie auch als Warnsignal verstehen.
Denn wenn andere Staaten erkannt haben, dass sich Investitionen in unsere digitale Infrastruktur langfristig lohnen, sollten wir uns dringend fragen:
Warum investieren wir nicht selbst viel entschlossener in unsere eigene digitale Zukunft?
#DigitaleSouveränität #Rechenzentren #Infrastruktur #Digitalisierung #Deutschland
SomeAnoTooter
Als Antwort auf Stefan Münz • • •fIREHOSE
Als Antwort auf SomeAnoTooter • • •Ja, richtig. Aber die gleichen Verweigerer findet man auch in jeder anderen Partei.
axebos
Als Antwort auf fIREHOSE • • •@AC2N @SomeAnoTooter
Sie hat neoliberal den Reichen gegeben und den Armen genommen. Schämen sollte sie sich dafür. Meines Erachtens ist diese schreiende Ungerechtigkeit einer der Gründe für das Erstarken extremer Parteien. Ihr Finanzheini hat die Schwarze Null eingeführt und begonnen, das Land kaputt zu sparen. Die jetzige Mischpoke hat den Politikverdruss und die Korruption noch weiter gesteigert. Was danach kommt, will ich mir lieber nicht vorstellen.
#TaxWealthNotWork
fIREHOSE
Als Antwort auf axebos • • •@axebos @SomeAnoTooter
Hat sie. Wie alle vor und nach ihr.
armin-schaefer.de/wp-content/u…
fIREHOSE
Als Antwort auf fIREHOSE • • •Es mag eine bittere Wahrheit sein, aber sie war weder die erste, noch hat sie sich das ausgedacht.
SomeAnoTooter
Als Antwort auf fIREHOSE • • •fIREHOSE
Als Antwort auf SomeAnoTooter • • •@SomeAnoTooter @axebos
Richtig, weil eine Person allein nichts verändert. Hilft einem nichts, Kanzler:in zu sein.
Die Studie lässt den Schluss zu, dass es zwei Möglichkeiten gibt:
Entweder bestimmt eine bestimmte Gruppe, derzeit Besserverdienende und Wohlhabende,
Oder wir fangen an, darüber nachzudenken, wie wir unseren Staat wirklich demokratisch organisieren.
youtu.be/FoQGjqlcnc4
Bundestagsabgeordnete für Bürgerräte
Mehr Demokratie e.V. (YouTube)hoergen
Als Antwort auf SomeAnoTooter • • •SomeAnoTooter
Als Antwort auf hoergen • • •Ja, hat überhaupt nichts damit zu tun.
Dr. Jürgen Knödlseder
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Lord Caramac the Clueless, KSC hat dies geteilt.
Neurotransmitter
Als Antwort auf Dr. Jürgen Knödlseder • • •Stefan Münz
Als Antwort auf Dr. Jürgen Knödlseder • • •fIREHOSE
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Das ist sicherlich gut gemeint, aber ich halte es für eine absolute Fehleinschätzung, weil keine der Parteien mal eben ihr politisches Programm aufgeben wird.
Bei jüngeren Kindern erlebt man noch diese herzerwärmende Bereitschaft zur Kooperation.
Aber zwischen Parteien? Es muss schon Verzweiflung sein, die Frau Merkel zu solchen Aussagen treibt.
fIREHOSE
Als Antwort auf fIREHOSE • • •Außer der Angst vor der AfD, die viele noch in Opportunismus auflösen werden, gibt es nichts Verbindendes.
Sorry, ein solches Zweckbündnis würde sich spätestens kurz vor dem Ziel wieder zerlegen.
Unknowable@troet.cafe
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Nun ja, das wissen wir doch seit vielen Jahren, aber was viele nicht wissen, dass es im Ggs. zu -D- Gegenden gibt wie z.B. das frankophone Süd-Belgien, wo klugerweise ein medialer Cordon-Sanitaire eingerichtet wurde.
Man verständigte sich darauf, dass Rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien keine Interviews, ja gar keine Plattform in den großen öffentlich-rechtlichen Programmen mehr bekommen.
Bei uns gehört das Ggtl. zum guten Ton.
Meinungspluralismus my arse.
teilten dies erneut
Blumine, no_brainer und Lord Caramac the Clueless, KSC haben dies geteilt.
Christian Praetorius
Als Antwort auf Unknowable@troet.cafe • • •skyty
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Paleva
Als Antwort auf skyty • • •Du meinst Berge kann man überreden sich zu bewegen??? Merz UND Söder ?😳 … Gott ich würde mir wünschen Merkel würde in den Bundestag reinschweben und behutsam Merz und Söder das Lätzchen umbinden und sie füttern…
Mehr als ein Bäuerchen erwarte ich von denen nicht
hoergen
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Das gilt auch für Social Media. Je weniger künstlich über Bullshit aufgeregt wird, desto weniger Aufmerksamkeit bekommt er.
Das gilt auch für den Journalismus.
Das gilt auch für jede einzelne Person, ob sie einer Sache Relevanz gibt, oder eben nicht.
Alexander Goeres 𒀯
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Paleva
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Anpa
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Natürlich auch, daß der ÖRR der AfD zuviel Raum gibt
Stefan Münz
Unbekannter Ursprungsbeitrag • • •knoppi
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Stefan Münz
Als Antwort auf knoppi • • •Steffen 🦉🇪🇺 mag das.
teilten dies erneut
no_brainer und Filmkater haben dies geteilt.
Jochen Fromm
Als Antwort auf Stefan Münz • • •RedAlert (Michael)
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Inzwischen sind sie gescheitert,
aber sowas von ......
Macht mal die Döppen auf ey!
wnter
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Martin Schröder 🇺🇳
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Wer war nochmal von 2000 bis 2018 Bundesvorsitzende der CDU und von 2005 bis 2021 Bundeskanzlerin? 🧐
Danke, Merkel!
Martin Schröder 🇺🇳
Als Antwort auf Stefan Münz • • •@Neurotransmitter
Stefan Münz
Unbekannter Ursprungsbeitrag • • •@oneiros
Stefan Münz
Als Antwort auf Martin Schröder 🇺🇳 • • •@Neurotransmitter
Martin Schröder 🇺🇳
Als Antwort auf Stefan Münz • • •Und wann war dieses neulich bekannt gewordene Papier für den CDU Vorstand, dass der Aufschwung der AfD gut sei, weil er linksgrün schwächen würde?
Und wer redet bis heute vom Hufeisen?
@Neurotransmitter