Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bei der Katze
Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bei der Katze
Das Herz einer Katze ist ein kleiner, zuverlässiger Muskel, der ein Leben lang ohne Pause arbeitet. Bei einer Herzschwäche schafft er es irgendwann nicht mehr, das Blut so durch den Körper zu pumpen, wie er sollte. Das Blut staut sich zurück, und es sammelt sich Flüssigkeit dort, wo keine hingehört, meist in oder um die Lunge.
Wichtig zu wissen: Die Herzschwäche ist fast nie eine eigenständige Krankheit, sondern das Ergebnis einer anderen Herzerkrankung, die oft lange unbemerkt geblieben ist. Die mit Abstand häufigste Ursache ist eine Verdickung des Herzmuskels, die sogenannte HCM.
Die häufigste Ursache: die HCM
HCM steht für hypertrophe Kardiomyopathie, ein sperriges Wort für eine einfache Vorstellung: Die Muskelwand des Herzens wird dicker und steifer. Man könnte meinen, ein kräftigerer Muskel sei etwas Gutes, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Ein steifes Herz kann sich zwischen den Schlägen nicht mehr richtig entspannen und füllen. Es passt weniger Blut hinein, und das Blut staut sich vor dem Herzen zurück.
Die HCM ist die häufigste Herzerkrankung der Katze überhaupt, ungefähr jede siebte Katze ist betroffen. Manche Rassen erkranken deutlich häufiger, darunter Maine Coon, Ragdoll, Britisch Kurzhaar und Perser. Bei einigen dieser Rassen ist die Veranlagung erblich. Kater sind etwas öfter und früher betroffen als Kätzinnen.
Neben der HCM gibt es weitere, seltenere Herzmuskelerkrankungen. Manchmal steckt auch eine andere Grunderkrankung dahinter, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion oder Bluthochdruck. Beide treiben das Herz dauerhaft an und können es mit der Zeit schwächen. Das ist eine gute Nachricht, denn solche Auslöser lassen sich behandeln.
Warum die Herzschwäche so tückisch ist
Katzen sind Meister darin, sich nichts anmerken zu lassen. Eine Katze mit beginnender Herzerkrankung wirkt über Monate oder Jahre völlig gesund. Sie macht ihre Aktivität ganz unauffällig etwas weniger, schläft etwas mehr, und niemand schöpft Verdacht.
Ein wichtiger Unterschied zum Hund: Eine herzkranke Katze hustet so gut wie nie. Wer also auf Husten als Warnzeichen wartet, wartet bei der Katze vergeblich.
Oft zeigt sich die Erkrankung erst, wenn es ernst wird. Diese Anzeichen sollte man kennen:
• schnelle, flache Atmung, auch in Ruhe
• angestrengtes Atmen mit sichtbarer Bauchbewegung
• Atmen mit offenem Maul oder Hecheln, das ist bei einer Katze immer ein Alarmzeichen
• Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, vermehrter Rückzug
• nachlassende Belastbarkeit
Zwei echte Notfälle
Bei zwei Situationen zählt jede Minute.
Die erste ist akute Atemnot. Hat sich Flüssigkeit in der Lunge oder im Brustkorb angesammelt, bekommt die Katze schlecht Luft. Sie atmet schnell und angestrengt, atmet womöglich mit offenem Maul und sitzt mit gestrecktem Hals da. Das ist ein Notfall.
Die zweite ist eine plötzliche Lähmung der Hinterbeine. Bei einer Herzerkrankung kann sich im Herzen ein Blutgerinnsel bilden. Löst es sich und wird fortgeschwemmt, verstopft es oft die große Schlagader dort, wo sie sich zu den Hinterbeinen aufzweigt. Die Katze schreit plötzlich auf, ein oder beide Hinterbeine sind gelähmt, kalt und sehr schmerzhaft. Auch das ist ein sofortiger Notfall.
In beiden Fällen gilt: ruhig bleiben, die Katze nicht bedrängen und so stressarm wie möglich in den Transportkorb setzen und direkt in die Klinik. Stress kann eine Katze mit Atemnot in dieser Lage zusätzlich gefährden.
Das wichtigste Werkzeug für zu Hause: die Atemfrequenz
Es gibt eine einfache Beobachtung, mit der man als Halter sehr früh erkennen kann, ob es dem Herzen schlechter geht: die Atemfrequenz im Schlaf.
Dazu zählt man bei der tief schlafenden Katze, wie oft sich der Brustkorb in einer Minute hebt und senkt. Ein Heben und Senken ist ein Atemzug. Eine gesunde, ruhende Katze bleibt dabei zuverlässig unter etwa 30 Atemzügen pro Minute. Liegt der Wert dauerhaft darüber, oder steigt er von Tag zu Tag an, ist das ein deutliches Warnsignal und ein Grund, noch am selben Tag zum Tierarzt zu gehen.
Am besten kennt man den persönlichen Normalwert seiner Katze und zählt zwei- bis dreimal pro Woche nach. Diese kleine Gewohnheit ist oft das Erste, was eine beginnende Verschlechterung verrät, noch bevor die Katze selbst etwas zeigt.
Wie der Tierarzt die Herzschwäche feststellt
Beim Abhören mit dem Stethoskop kann ein Herzgeräusch, ein zusätzlicher Herzton oder ein unregelmäßiger Rhythmus auffallen. Verlassen kann man sich darauf aber nicht: Viele herzkranke Katzen haben kein Herzgeräusch, und umgekehrt ist ein Herzgeräusch oft völlig harmlos.
Die wichtigste Untersuchung ist deshalb der Herzultraschall. Damit lässt sich die Wand des Herzmuskels direkt vermessen, die Pumpfunktion beurteilen und das Risiko für ein Blutgerinnsel einschätzen. Ergänzend kommen je nach Fall ein Röntgenbild des Brustkorbs, eine Blutdruckmessung und Blutuntersuchungen dazu, unter anderem zur Schilddrüse. Es gibt außerdem einen Bluttest, der einen frühen Hinweis auf eine Herzbelastung geben kann.
Behandlung
Eine HCM lässt sich nicht heilen. Das klingt hart, aber es ist nicht hoffnungslos. Das Ziel der Behandlung ist, die Beschwerden zu lindern, Rückstau und Notfälle zu verhindern und der Katze ein gutes, möglichst langes Leben zu ermöglichen. Viele Katzen leben mit der richtigen Betreuung noch Jahre.
Welche Medikamente nötig sind, hängt vom Stadium ab. Eine Katze, die nur eine leichte Verdickung hat und keinerlei Beschwerden zeigt, braucht oft noch gar keine Behandlung, sondern nur regelmäßige Kontrollen. Wird das Herz stärker belastet, kommen verschiedene Mittel zum Einsatz:
• Entwässernde Mittel schwemmen die gestaute Flüssigkeit aus der Lunge heraus und sind das wichtigste Medikament im akuten Herzversagen.
• Gerinnungshemmer senken die Gefahr, dass sich ein gefährliches Blutgerinnsel bildet.
• Je nach Befund kommen weitere Mittel hinzu, die das Herz entlasten oder den Herzschlag beruhigen.
Hat sich Flüssigkeit im Brustkorb angesammelt, kann der Tierarzt sie mit einer feinen Nadel ablassen. Das verschafft der Katze sofort spürbar Luft. Steckt eine behandelbare Grunderkrankung wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Bluthochdruck dahinter, wird natürlich auch diese behandelt.
Welcher Wirkstoff in welcher Dosis der richtige ist, sollte immer durch einen Tierarzt abgeklärt werden.
Was Halter im Alltag tun können
Eine herzkranke Katze braucht vor allem Ruhe, Verlässlichkeit und einen aufmerksamen Blick. Im Alltag hilft Folgendes:
• die Atemfrequenz im Schlaf regelmäßig zählen und aufschreiben
• Stress und Hektik so weit wie möglich vermeiden
• Medikamente zuverlässig und pünktlich geben und niemals eigenmächtig absetzen
• Appetit, Gewicht und Aktivität im Auge behalten
• die vereinbarten Kontrolltermine einhalten
Sofort in die Tierklinik gehört die Katze bei Atemnot oder Maulatmung, bei einer plötzlichen Lähmung der Hinterbeine sowie bei Ohnmachtsanfällen.
Zum Schluss
Eine Herzschwäche ist eine ernste Diagnose, aber kein sofortiges Todesurteil. Gerade weil Katzen ihre Beschwerden so lange verbergen, sind zwei Dinge entscheidend: regelmäßige Kontrollen, vor allem bei den gefährdeten Rassen, und der aufmerksame Blick des Halters zu Hause. Wer die Atemfrequenz seiner Katze kennt und die Warnzeichen im Kopf hat, kann im Ernstfall schnell handeln und seiner Katze viele gute Jahre schenken.
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Chubbypunk
Als Antwort auf 😺 Cat Man Friedhelm 😺 • • •Sensitiver Inhalt
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😺 Cat Man Friedhelm 😺
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Chubbypunk
Als Antwort auf 😺 Cat Man Friedhelm 😺 • • •Hauskatzen - Praxis & Alltag hat dies geteilt.
Doris
Als Antwort auf 😺 Cat Man Friedhelm 😺 • •Danke für den Hinweis auf den Film „Katzenlektionen“. 🐱
Wir haben bisher nur kurz hineingeschaut, werden ihn uns aber auf jeden Fall noch einmal in Ruhe komplett ansehen. Der Einstieg wirkt zwar zunächst etwas ungewöhnlich, doch die besondere Machart hat durchaus ihren Reiz und scheint bewusst gewählt zu sein.
Wir haben einige interessante und wissenswerte Aspekte entdeckt. Spannend fanden wir zum Beispiel die Geschichte über die wichtige Rolle von Katzen bei der Bahn oder den Beitrag über den Menschen, der seine Katze quasi als lebende Überwachungskamera einsetzt.
Der Film scheint viele überraschende Einblicke in die Welt der Katzen zu bieten. Für uns ist das definitiv ein Kandidat für einen gemütlichen Filmabend. 🍿🐾
😺 Cat Man Friedhelm 😺 mag das.
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