PETA und ihr Tierheim: Tierrechte sind nicht Tierschutz
PETA und ihr Tierheim: Tierrechte sind nicht Tierschutz
Die Organisation PETA ist vielen ein Begriff, vor allem durch ihre lautstarken Kampagnen. Weniger bekannt ist, dass PETA in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia ein eigenes Tierheim betreibt. Und genau dieses Tierheim sorgt seit Jahren für Diskussionen, weil dort ein sehr großer Teil der aufgenommenen Tiere eingeschläfert wird.
Die Zahlen kommen nicht aus dem Internet von irgendwelchen Gegnern, sondern aus den amtlichen Pflichtmeldungen. Jedes Tierheim in Virginia muss jährlich melden, wie viele Tiere es aufnimmt und was mit ihnen geschieht. Der Bericht für das Jahr 2025 zeigt, dass PETA knapp 60 Prozent der aufgenommenen Hunde und Katzen getötet hat. Über alle Tierheime in Virginia hinweg lag diese Quote bei rund 9 Prozent, im US-Durchschnitt bei etwa 10 Prozent.
PETAs Rate war damit ungefähr sechsmal so hoch wie der Landesdurchschnitt.
PETA verteidigt sich mit dem Argument, man nehme bewusst die alten, kranken und schwer vermittelbaren Tiere auf, die andere Heime ablehnen. Ein schneller Tod ohne Leid sei besser als langes Dahinsiechen. Das mag in Einzelfällen stimmen, erklärt aber nicht alles. Denn das städtische Tierheim in Norfolk hat dieselbe offene Aufnahmepolitik und tötet trotzdem deutlich weniger Tiere. Beide liegen nur wenige Kilometer auseinander, an der Entfernung kann es also nicht liegen.
Wichtig ist ein Unterschied, den viele übersehen. PETA versteht sich nicht als Tierschutzverein, sondern als Tierrechtsorganisation. Das ist nicht dasselbe. Tierschutz will, dass es Tieren gut geht, solange der Mensch sie hält. Bessere Haltung, weniger Leid, möglichst viele Vermittlungen. Tierrechte gehen weiter und stellen die Nutzung und den Besitz von Tieren grundsätzlich infrage. Aus dieser Sicht heraus ist auch die klassische Heimtierhaltung ein Problem, weil sie auf Zucht und Besitz beruht. Das erklärt einen Teil der PETA-Logik beim Tierheim. Wer ein Tierleben im Heim oder als Dauerpflegefall ohnehin nicht für erstrebenswert hält, kommt schneller zum Einschläfern als ein klassisches Tierheim, das alles auf das Weiterleben setzt.
Dazu kommt ein nüchterner wirtschaftlicher Aspekt. Kranke und verletzte Tiere zu pflegen, zu operieren und langfristig unterzubringen, kostet sehr viel Geld und Personal. Schnelles Einschläfern spart diese Kosten. PETA selbst argumentiert nie mit Geld, sondern mit Überzeugung. Trotzdem fällt auf, dass die billigere Lösung zufällig genau die ist, die am besten zur eigenen Weltanschauung passt. Beweisen lässt sich der Kostengedanke von außen nicht, aber er drängt sich auf.
Bekannt ist auch ein Vorfall aus dem Jahr 2005. Damals wurden zwei PETA-Mitarbeiter in North Carolina festgenommen, nachdem sie rund 80 Tierkadaver in einem Abfallcontainer entsorgt hatten. Sie hatten zuvor in Tierarztpraxen und Tierheimen Hunde und Katzen eingesammelt und diese in ihrem Kleinbus getötet. Angeklagt unter anderem wegen Tierquälerei, wurden beide am Ende des Prozesses freigesprochen. Dieser Vorfall spielte in North Carolina, nicht in Virginia, wird aber bis heute oft im Zusammenhang mit dem Tierheim genannt.
Ein Wort zur Einordnung gehört dazu. Viele besonders scharf formulierte Kampagnen gegen PETA stammen von Lobbygruppen, die ein eigenes Interesse daran haben, die Organisation schlecht aussehen zu lassen. Die offiziellen Tötungszahlen aus Virginia stimmen trotzdem, denn sie kommen von der Behörde und nicht von Gegnern. Für ein kritisches Urteil braucht es also gar keine zugespitzte Rhetorik. Die nüchternen Zahlen reichen schon.
Bemerkenswert ist am Ende vor allem eines. In Deutschland wäre ein solches Heim nach dem Tierschutzgesetz schlicht illegal, weil hier nur bei medizinischer Notwendigkeit eingeschläfert werden darf. In den USA bewegt sich PETA dagegen im Rahmen des Gesetzes, solange die Meldepflichten erfüllt sind. Eine Organisation, die sich öffentlich als Retterin der Tiere präsentiert, im eigenen Heim aber die Ideologie über das einzelne Tierleben stellt, hat damit ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem. Man darf PETA mit guten Gründen ablehnen. Die Zahlen geben einem dabei recht.
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Hobo
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@ewyn Danke für den sehr ausgewogenen Beitrag ☺️ Ich persönlich sehe in PETA leider ohnehin als reine Gelddruckmaschine, seit ich ihr zwielichtiges Gebaren beim Affen-Selfie mitbekommen habe …
sueddeutsche.de/panorama/recht…
Affen-Selfie: Peta verklagt Fotografen bis zur Pleite
Laura Hertreiter (Süddeutsche.de)Hauskatzen - Praxis & Alltag hat dies geteilt.
Hobo
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Hobo
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@ewyn Also Tofu mag ich z.B. schon sehr gerne. Das bestelle ich immer beim Asiaten.
Ansonsten machen viele Leute den Fehler, dass sie die ekligen „Fleischersatzprodukte“ usw. essen. Das tun echte Veganer aber gar nicht. Die essen halt einfach Gemüse. Bohnen und Mais wie beim Mexikaner sind z.B. gesund, lecker und eben vegan. Man kann da wirklich gutes finden☺️
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Hobo
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@ewyn Kann ich nur zurückgeben! Schönen Abend!
Wobei ich bei veganem Eis (ohne Milch) mal ein sehr gutes hatte. Hintergrund war, dass meine damalige Freundin was ohne Laktose brauchte.
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