Katzen in der Malerei: Gottfried Mind (1768–1814)


Gottfried Mind


Gottfried Mind wurde 1768 in Bern geboren und starb dort 1814. Seine Familie stammte ursprünglich aus Ungarn, sein Vater arbeitete als Holzschnitzer, was den jungen Gottfried früh mit handwerklichem Geschick in Berührung brachte. Mind galt zeitlebens als geistig eingeschränkt und sozial zurückgezogen, fand aber in der Malerei und im Zeichnen einen Ausdrucksweg, der ihm große Anerkennung einbrachte. Er erhielt Unterricht bei dem Berner Maler Sigmund Freudenberger, blieb jedoch in seiner Art sehr eigenständig und ließ sich kaum von akademischen Konventionen leiten.

Künstlerisch widmete sich Mind vor allem Tier- und Alltagsmotiven, wobei Katzen zu seinem absoluten Lebensthema wurden. Er beobachtete die Tiere offenbar stundenlang in seiner unmittelbaren Umgebung und hielt sie mit bemerkenswerter anatomischer Genauigkeit und Lebendigkeit fest, oft in häuslichen Szenen mit Kätzchen, beim Spielen oder in ruhigen Momenten. Diese Treffsicherheit in Ausdruck und Haltung der Tiere brachte ihm schon zu Lebzeiten den Beinamen “der Katzenraffael” ein, und seine Werke wurden auch außerhalb der Schweiz, etwa in England, gesammelt und geschätzt.

Katzenmutter mit Kätzchen


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Théophile-Alexandre Steinlen (1859 bis 1923)

Das Bild

Das Gemälde wird heute meist unter dem englischen Titel „Cat in the Moonlight“ geführt. Auf Französisch wird es häufig als „Chat au clair de lune“ bezeichnet, was übersetzt „Katze im Mondschein“ bedeutet. Einen von Steinlen selbst dokumentierten Originaltitel scheint es allerdings nicht zu geben.

Der Künstler

Théophile-Alexandre Steinlen (1859 bis 1923) wurde in Lausanne (Schweiz) geboren und lebte später in Paris, vor allem im Künstlerviertel Montmartre. Er zählt zu den bedeutendsten Künstlern des Jugendstils (Art Nouveau).

Berühmt wurde er durch das legendäre Plakat Le Chat Noir, aber Katzen begleiteten ihn sein ganzes Leben. Er zeichnete und malte Hunderte von Katzen in allen erdenklichen Situationen und veröffentlichte sogar ein eigenes Katzenbuch mit Zeichnungen.

Warum malte Steinlen so viele Katzen?

Das hatte einen einfachen Grund: Er liebte Katzen. Sein Haus in Montmartre war voller Katzen und anderer Tiere. Besucher berichteten, dass ständig Katzen durch sein Atelier liefen. Deshalb wirken seine Katzen nie gestellt oder verniedlicht. Sie sitzen, beobachten, schlafen oder streifen umher, genau wie echte Katzen.

Zum Bild selbst

Das Bild zeigt eine schwarze Katze, die ruhig auf einem kahlen Ast sitzt und den Vollmond betrachtet. Es gehört zu Steinlens stimmungsvollsten Katzenbildern. Typisch sind:

▪️ die gedämpften Braun- und Grautöne
▪️ die neblige Abendstimmung
▪️ der kahle Baum als natürlicher Rahmen
▪️ die kleine Katzensilhouette, die den Blick auf den Mond lenkt

Gerade diese ruhige Atmosphäre macht das Bild bis heute so beliebt.



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