Unser Sauerteig ist 20 Jahre alt.

Als ich heute die 2. Stufe unseres Sauerteigs aktiviert habe, erinnerte ich mich an den Anfang. Es war Jahresende 2005, als wir ausschließlich mit Wasser und Mehl unseren Sauerteig begonnen haben. Wir waren damals in Vancouver und vermissten unser gutes deutsches Sauerteigbrot. Ein halbes Jahr hatten wir bereits durchgehalten mit diesem weichen, wappernen Brot aus Nordamerika.

Wenn uns etwas stört oder nervt, macht es keinen Sinn nur zu meckern. Wir müssen überlegen ob und wie wir etwas ändern können. Also suchten wir im Internet nach Beschreibungen, wie reiner Sauerteig hergestellt wird. Wir sind fündig geworden und somit war die Geburt unseres Sauterteigs festgelegt. Unser Sauerteig gelang gleich mit dem ersten Versuch.

1,5 Jahre später mussten wir den Sauerteig mit nach Deutschland bringen. Die Lösung war: Wir haben den Sauerteig hauchdünn ausgestrichen, trocknen lassen und zermahlen. So in eine Tüte gefüllt und am Boden unserer Waschtasche versteckt kamen wir mit dem Sauerteig durch die Zollkontrollen.

Bis heute haben wir diesen Sauerteig immer weiter fortgeführt und backen regelmäßig unser eigenes Sauerteigbrot. Inzwischen haben wir 2 Basissauerteige: einer ist auf Grundlage von Roggenvollkornmehl und der andere auf Grundlage von Dinkelvollkornmehl. Wir mahlen unser Korn selbst mit einer kleinen Kornmühle.

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Als Antwort auf Steffen 🦉🇪🇺

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Meine neueste Entdeckung ist erst vier Monate her: der Weizensauerteig Lievito Madre.
Ich habe ihn bei einer Bekannten kennen gelernt und konnte gleich einen Ansatz bekomnen.
Er eignet sich für Weißbrot, Ciabatta, Pizza und ergibt leichte und gleichzeitig schmackhafte kraftvolle Brote. Unbedingt empfehlenswert und eine Bereicherung.
Als Antwort auf Schaf

Wir haben 6 Sauerteigansätze (3 Dinkel und 3 Roggen, alles Vollkorn), die im Kühlschrank ruhen.

Für 1 Brot arbeiten wir immer 3 Stufen ab. Das heißt: Am Tag 1 wird ein Ansatz aus dem Kühlschrank genommen und das erste mal "gefüttert". Am Tag 2 dann die zweite "Fütterung". Und am Tag 3 kommt die letzte Stufe der "Fütterung". Am Tag 4 entnehmen wir zur Weiterführung einen Teil des 3-Stufen-Sauerteigs bevor wir wir das Brot mit weiteren Mehl einkneten. Nun wird das Brot gebacken und der neue Ansatz kommt zur Ruhe in den Kühlschrank.

Somit rotieren bei uns 6 Sauerteige, wobei jeder Sauerteig ca. 4 bis 5 Wochen im Kühlschrank ruht bevor er zum Einsatz kommt.
In den gesamten letzten 20 Jahren sind uns 2 Sauerteigansätze schwarz geworden und mussten entsorgt werden. Vermutlich haben wir nicht sauber genug gearbeitet.

Ein Bäcker sagte mir mal, nachdem er erfahren hat wie wir mit unserem Sauerteig umgehen und zu Brot verarbeiten: "Als Bäcker macht man ... !". Egal was er alles mägelte. Ich antwortete ihm nur kurz: Zum Glück bin ich kein Bäcker und kann alles machen, wie mir es gefällt und wie ich es für richtig erachte.
Unsere Vorgehensweise folgt einer ca. 300 Jahre alten Beschreibung. Durch die 3-Stufen-Gärung bekommt das Brot seinen besonderen Geschmack.

Als Antwort auf Schaf

Im Kühlschrank können wir einen unserer Sauerteige bis zu 8 Wochen lagern. Sollte wir den Sauerteig noch länger lagern müssen, wird der frische Ansatz hauchdünn ausgestrichen und getrocknet. Vollständig trocken kann er zerbröckelt oder zermahlen werden. In dieser Form ist er über mehrere Jahre lagerbar. Auf die Art erstellen wir hin und wieder eine Sauerteigsicherung.
Unbekannter Ursprungsbeitrag

friendica (DFRN) - Link zum Originalbeitrag

Steffen 🦉🇪🇺

Mit guter Pflege schaffst du das bestimmt. Wenn deine Kulturen bereits 1,5 Jahre bestehen, ist das ein sehr gutes Zeichen für Dauerhaftigkeit.

Joghurt hat Doris immer mal wieder angesetzt, doch er hielt sich nicht länger als ca. 1 Jahr. Dann war er geschmacklich nicht mehr der "Hit". Letztendlich nimmt sie wieder einen neuen Ansatz vom Milchhof.