Katzensicherer Sommerbalkon: Blühende Pflanzen ohne Risiko für neugierige Katzen


Katzensicherer Sommerbalkon: Blühende Pflanzen ohne Risiko für neugierige Katzen

Ein schön bepflanzter Balkon und eine sichere Katze müssen kein Widerspruch sein. Katzen können giftige Pflanzen leider nicht am Geruch oder Geschmack erkennen und meiden sie deshalb auch nicht zuverlässig. Eine oft zitierte Studie zeigt sogar, dass ein Großteil der Katzenhalter, deren Tier mit einer Lilie in Kontakt kam, gar nicht wusste, dass diese Pflanze für Katzen giftig ist. Deshalb lohnt sich bei der Balkonbepflanzung ein zweiter, genauerer Blick, gerade wenn Freigänger oder Balkonkatzen mit den Pflanzen direkt in Berührung kommen.

Diese Blüher können unbesorgt auf den Balkon:

Die Ringelblume ist ein echter Klassiker unter den katzensicheren Sommerblühern, anspruchslos in der Pflege und von Juni bis Oktober in Blüte. Auch Kapuzinerkresse ist unbedenklich, ihre Blüten sind sogar essbar und sie eignet sich hervorragend zum Ranken an Katzennetzen. Löwenmäulchen, Zinnie und Petunie sind weitere bewährte, ungiftige Sommerblüher für Kästen und Kübel, ebenso Hornveilchen und Stiefmütterchen, die von März bis in den Oktober hinein blühen.

Wer es etwas ausgefallener mag, kann auf Strauchmargerite, Mädchenauge, Glockenblume oder Kornblume zurückgreifen, alle ungiftig und pflegeleicht. Dahlien setzen von Juli bis in den November hinein farbenfrohe Akzente, müssen im Winter allerdings frostfrei gelagert werden. Auch Fuchsien vertragen sich gut mit Katzen und blühen besonders lange. Und selbst Rosen, ob als Kletter-, Zwerg- oder Bodendeckerrose, sind für Katzen ungiftig, hier lohnt es sich lediglich, die Dornen zu entfernen, um Verletzungen zu vermeiden.

Wer den Balkon noch katzenfreundlicher gestalten möchte, ergänzt Katzenminze, Baldrian oder Katzengras. Diese Pflanzen wirken auf viele Katzen anziehend und lenken schön vom Naschen an den empfindlicheren Zierpflanzen ab.

Diese Sommerklassiker gehören dagegen nicht in Katzennähe:

Zu den gefährlichsten Balkon- und Kübelpflanzen zählen Oleander, Engelstrompete, Fingerhut, Eisenhut und Rittersporn, hier reichen bereits kleine Mengen für ernste Vergiftungen. Auch Chrysanthemen, oft schlicht „Mums" genannt, sind giftig und sollten nicht mit den ungiftigen echten Margeriten verwechselt werden, die botanisch völlig anders sind.

Besonders tückisch sind Lilien und Taglilien. Bei ihnen ist die gesamte Pflanze giftig, und schon der Kontakt mit Pollen im Fell oder das Trinken von Vasenwasser kann für Katzen lebensgefährlich werden. Lilien haben auf einem Katzenbalkon daher grundsätzlich nichts verloren.

Bei Geranien beziehungsweise Pelargonien und der Studentenblume Tagetes gehen die Einschätzungen auseinander. Beide gelten zumindest als mild reizend und können Hautreizungen oder leichte Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift lieber zum ungiftigen Storchschnabel statt zur Pelargonie und zur Ringelblume statt zur Tagetes, optisch sind sich die jeweiligen Paare ohnehin recht ähnlich.

Der Sonderfall Lavendel:

Lavendel sorgt regelmäßig für Verwirrung. Als Topf- oder Balkonpflanze ist er für Katzen unbedenklich, viele Katzen meiden ihn wegen des intensiven Geruchs sogar von selbst. Anders sieht es beim konzentrierten ätherischen Lavendelöl aus, etwa in Duftsprays, Diffusern oder Reinigungsmitteln. Katzen fehlt das notwendige Leberenzym, um solche ätherischen Öle abzubauen, weshalb diese grundsätzlich von Katzen ferngehalten werden sollten, unabhängig davon, welche Pflanze auf dem Balkon steht.

Das Wichtigste zum Schluss: die Absturzsicherung

So schön die richtige Pflanzenauswahl auch ist, den größten Sicherheitsgewinn bringt nach wie vor ein reißfestes Katzennetz mit passender Maschenweite. Balkonstürze zählen gerade in den Sommermonaten zu den häufigsten Notfällen in Tierarztpraxen. Ein gut gesicherter Balkon sollte deshalb immer vor der ersten Pflanze stehen, nicht danach.

Wichtig auch für den Alltag: frisches Wasser in einer standfesten Schale sollte auf keinem Katzenbalkon fehlen, gerade an heißen Sommertagen, ebenso ein schattiger Rückzugsort. Und bei der Erde lohnt sich der Griff zu Bio-Qualität ohne granulierte Dünger, die manche Katzen mit Trockenfutter verwechseln könnten.

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