Der SPIEGEL kommentiert in seinem heutigen Newsletter mit für mich bemerkenswerter Hellsichtigkeit das Dilemma, in dem sich die #CDU aktuell befindet. Der Text ist es aus meiner Sicht wert, hier zitiert zu werden.
Meine Meinung: die CDU kann sich aus diesem Dilemma nur befreien, wenn sie ihre Wurzeln in der christlichen Soziallehre und der Sozialen Marktwirtschaft wieder aufgreift und offensiv vertritt. Mit „CDU pur“ und Konservativismus ist das nicht zu schaffen; hierzu sind u.a. #CDA und #CompassMitte gefordert.
Der #SPIEGEL schreibt:
„Die Partei der großen Verzweiflung ist derzeit die CDU. Zwar stellt sie den Bundeskanzler, aber gleichzeitig hat sie ihr Ende als Volkspartei vor Augen. Strategisch hat sie diese vier Probleme:
- Weil sie in eine Koalition mit der SPD eingebunden ist, kann sie keine reine CDU-Politik machen. Die Oppositionspartei AfD dagegen kann fordern, was sie will, und sich damit ein klares Profil verschaffen. Wer den Rechtsextremismus geflissentlich übersieht, und dazu scheinen viele bereit, erkennt eine entschieden konservative Alternative.
- Anders als die AfD nimmt die CDU die Verantwortung gegenüber der deutschen Geschichte an und fühlt sich grundsätzlich der Menschlichkeit verpflichtet. Deshalb kann sie am rechten Rand, der immer breiter wird, nicht punkten.
- Während die SPD zum linken Lager gehört und dort Koalitionen bilden kann, siehe Berlin, fehlen der CDU Partner für ein rechtes Lager, da die AfD wegen der Brandmauer dafür nicht infrage kommt und die FDP zu schwach ist. Das schmälert die Aussichten auf Mehrheiten.
- Bundeskanzler Friedrich Merz ist so unbeliebt, dass ihn die Union austauschen müsste, um wieder näher ans Volk rücken zu können. Dazu aber scheint sie nicht bereit, zumal dem möglichen Konkurrenten Hendrik Wüst die Entschlossenheit fehlt.
So taumelt die einst stolze CDU, die in 53 von 77 Jahren den Bundeskanzler gestellt hat, ihrem Untergang entgegen. Gibt es noch eine Chance? Ja, die Reformen müssten bald einen spürbaren Aufschwung in Deutschland bewirken. Wahrscheinlich ist das nicht.“
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