Netzwerken heißt, die Existenz der anderen mitzudenken

Wir sind wirtschaftlich stärker miteinander verbunden, als es im Alltag oft scheint. Ein Vermieter braucht Menschen, die seine Miete bezahlen können. Ein Selbstständiger braucht Aufträge. Seine Auftraggeber wiederum brauchen verlässliche Dienstleister und eigene Kunden.

Wenn ich für ein Unternehmen arbeite, interessiert mich deshalb auch, ob es morgen noch Aufträge hat. Geht es ihm gut, kann es weiterhin Leistungen beauftragen. Gerät es in Schwierigkeiten oder muss schließen, betrifft das nicht allein dieses Unternehmen. Auch für seine Beschäftigten, Geschäftspartner und Kunden fällt etwas weg.

Trotzdem endet der Blick oft beim eigenen Geschäft: Der Auftrag ist erledigt, die Rechnung bezahlt, und was aus dem anderen wird, scheint keine Rolle mehr zu spielen. Diese Haltung halte ich für kurzsichtig. Wer nur die eigene Existenz sichern will und die der anderen ausblendet, übersieht, wie sehr beide zusammenhängen.

Ein gutes Netzwerk wächst, wenn wir an passende Menschen denken und sie aus Überzeugung empfehlen. Wenn wir Kontakte herstellen, Erfahrungen teilen und einander im Blick behalten – auch nachdem ein Auftrag abgeschlossen ist. Niemand schuldet dafür eine Gegenleistung. Aber jede verlässliche Verbindung kann dazu beitragen, dass Arbeit und Möglichkeiten in der Gemeinschaft bleiben.

Für mich bedeutet Netzwerken deshalb mehr als Kontakte zu sammeln. Es bedeutet, zu verstehen: Die Existenzgrundlage des anderen kann auch ein Teil meiner eigenen sein.

teilten dies erneut

⇧