Heute Morgen bin ich durch einen Artikel im Der Standard auf eine beeindruckende Geschichte aufmerksam geworden:

99-jährige Mathematikerin löst ein Problem, an dem Generationen von Mathematikerinnen und Mathematikern gescheitert sind.

Allein diese Überschrift macht neugierig. Beim Weiterlesen und Nachforschen wurde die Geschichte für mich sogar noch faszinierender.

Joan Birman (*1927) gehört seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Knotentheorie. Gemeinsam mit Tara Brendle und Vasudha Bharathram gelang ihr nun der Beweis einer mathematischen Vermutung, an der Forschende fast 90 Jahre gearbeitet hatten. Damit wurde eine seit den 1930er Jahren offene Frage zur sogenannten Burau-Darstellung der Zopfgruppen gelöst.

Mich begeistert daran nicht nur die Mathematik selbst.

Diese Geschichte zeigt, dass wissenschaftliche Neugier kein Verfallsdatum kennt. Kreativität, Erfahrung und Beharrlichkeit hängen weder vom Alter noch vom Geschlecht ab. Forschung lebt davon, dass Menschen über Generationen hinweg auf den Ideen anderer aufbauen, gemeinsam neue Wege finden und manchmal sogar jahrzehntealte Rätsel lösen.

Gerade in einer Zeit, in der häufig über Grenzen gesprochen wird, erinnert uns diese Geschichte daran, was möglich ist, wenn Wissen, Erfahrung und Zusammenarbeit zusammenkommen.

Mein Dank geht auch an Der Standard, denn ohne diesen Artikel wäre ich wahrscheinlich nie auf Joan Birman und ihre außergewöhnliche Lebensleistung aufmerksam geworden.

Solche Nachrichten lese ich besonders gern. Sie machen Mut und zeigen, wie spannend Wissenschaft sein kann. 📚✨

#Mathematik #Wissenschaft #Forschung #JoanBirman #Knotentheorie #Grundlagenforschung #Inspiration

derstandard.at/story/300000033…

Als Antwort auf Herr TurTur

😄 Ja, genau das dachte ich im ersten Moment auch: Knoten und Zahlen? Wie soll das zusammenpassen?

Aber genau das ist Mathematik. Aus einem geflochtenen Zopf werden plötzlich Matrizen, Gleichungen und Beweise. Und am Ende löst jemand mit 99 Jahren ein Rätsel, an dem Generationen gearbeitet haben. Das macht die Geschichte für mich so faszinierend.

Als Antwort auf Doris

Ich muss da an eines der Videos von Veritasium denken. Da hat jemand ein großes mathematisches Problem gelöst, der an keinem Institut arbeitete, sondern in einer Subway-Filiale.
Als Antwort auf Doris

"Diese Geschichte zeigt, dass wissenschaftliche Neugier kein Verfallsdatum kennt. Kreativität, Erfahrung und Beharrlichkeit hängen weder vom Alter noch vom Geschlecht ab."

Natürlich nicht! Ich habe nie erlebt, dass jemand nach seiner Emeritierung sich nicht weiterhin für Wissenschaft und Forschung begeistert hätte. Gilt aber auch umgekehrt: Die Ankündigung "man werde sich im Ruhestand endlich dem Lesen etc." widmen ist falsch: Keiner beginnt mit 65 etwas, der das nicht schon zuvor tat.

Als Antwort auf Doris

Hauptsächlich altert man körperlich. Wenn keine Krankheiten vorliegen und man seinen Verstand trainiert und regelmäßig gebraucht kann das Gehirn noch im hohen Alter erstaunliche Leistungen vollbringen. Mein Großvater hat erst im Alter von 82 Jahren seine Zulassung als Patentanwalt an die Anwaltskammer zurückgegeben und er hatte bis zuletzt die Anliegen seiner Klienten erfolgreich bearbeitet. Selbst an seinem 90sten Geburtstag mußte ich hart kämpfen um im Schach gegen ihn zu gewinnen..