📢 Das Fediverse braucht mehr Aufmerksamkeit!


📢 Das Fediverse braucht mehr Aufmerksamkeit!

Ich habe mich schon öfter gefragt, warum in den Medien ständig über die Probleme der großen sozialen Netzwerke berichtet wird, aber kaum über Alternativen wie das Fediverse.

Deshalb habe ich einfach mal verschiedene Fernsehsender, Zeitungen und Online-Redaktionen angeschrieben und einen Beitrag über das Fediverse angeregt.

Hier findet ihr mein Anschreiben und die gesammelten E-Mail-Adressen der Redaktionen. Vielleicht hat ja jemand Lust, ebenfalls aktiv zu werden. 😊

Das Anschreiben


Betreff: Das Fediverse: Warum berichten die Medien so selten über Alternativen zu Facebook, X und Co.?

Sehr geehrte Damen und Herren,
kaum eine Woche vergeht, ohne dass in den Medien vor den Datenschutzrisiken der großen sozialen Netzwerke gewarnt wird: Datensammlung, personalisierte Werbung und Algorithmen, die das Nutzerverhalten gezielt beeinflussen, sind bei Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok oder X inzwischen gut dokumentiert.

Was dabei vergleichsweise selten thematisiert wird, sind die vielfältigen Möglichkeiten des Fediverse, eines dezentralen Netzwerks, das verschiedene unabhängige soziale Plattformen miteinander verbindet.

Was ist das Fediverse?

Das Fediverse ist kein einzelner Dienst, sondern ein Verbund unabhängiger Server, sogenannter Instanzen, die über offene Protokolle wie ActivityPub miteinander kommunizieren.
Nutzer registrieren sich bei einer Instanz ihrer Wahl, können von dort aus aber auch mit Nutzern anderer Instanzen interagieren, ähnlich wie E-Mail-Anbieter untereinander funktionieren.

Betrieben werden viele Instanzen von Einzelpersonen, Vereinen oder kleinen Teams, häufig ehrenamtlich und über Spenden finanziert. Daneben gibt es auch kommerzielle Hosting-Angebote und Plattformen, die sich mit dem Fediverse vernetzen.

Beispiele für Fediverse-Plattformen und ihre kommerziellen Gegenstücke:

• Mastodon (z. B. Sharkey, troet.cafe): Alternative zu X/Twitter
• Friendica: ähnlich Facebook, mit Gruppen und längeren Beiträgen
• Pixelfed: Alternative zu Instagram
• PeerTube: Alternative zu YouTube
• BookWyrm: Alternative zu Goodreads
• Hubzilla: vielseitige Plattform für soziale Netzwerke und Online-Gemeinschaften

Welche Vorteile bietet das Fediverse?

• Keine zentrale Datensammlung durch einen einzelnen Konzern
• Keine Werbung und keine kommerzielle Verwertung persönlicher Nutzerdaten.
• Keine algorithmisch gesteuerten, personalisierten Timelines wie bei den großen kommerziellen sozialen Netzwerken. Stattdessen werden Beiträge in der Regel chronologisch angezeigt.
• Open Source und dezentral organisiert, wodurch keine Abhängigkeit von einem einzigen Plattformbetreiber besteht
• Nutzer können bewusst eine Instanz mit eigenen Regeln und einer passenden Gemeinschaft auswählen
• Bei vielen Diensten ist ein Wechsel zu einer anderen Instanz möglich, wobei sich je nach Plattform das Profil und teilweise auch die Kontakte mitnehmen lassen

Welche Nachteile sollte man nicht verschweigen?

• Deutlich geringere Reichweite und Nutzerzahlen als bei den etablierten Plattformen
• Die Auswahl der passenden Instanz kann für Einsteiger verwirrend sein
• Moderation und Regeln unterscheiden sich von Instanz zu Instanz, eine zentrale Beschwerdestelle für das gesamte Fediverse existiert nicht
• Kleinere Instanzen hängen häufig von ehrenamtlichem Engagement und Spenden ab, was Ausfallrisiken birgt
• Die Bedienung wirkt auf Neueinsteiger teilweise weniger intuitiv als bei kommerziellen Apps
• Nicht alle Fediverse-Plattformen unterstützen sämtliche Funktionen der jeweils anderen Dienste, sodass die Kommunikation zwischen verschiedenen Plattformen Einschränkungen unterliegen kann

Warum wird so selten über diese Alternativen berichtet?

Gerade weil ständig vor den Risiken der etablierten Plattformen gewarnt wird, würde ich es für sinnvoll halten, wenn auch über bereits existierende und funktionierende Alternativen berichtet würde, einschließlich ihrer Möglichkeiten und Grenzen.

Das Fediverse besteht schließlich nicht nur aus Mastodon als Alternative zu X. Mit Friendica, Pixelfed, PeerTube, BookWyrm und weiteren Diensten bietet es längst Alternativen für ganz unterschiedliche Bereiche der sozialen Medien.
Mich würde deshalb interessieren, warum das Fediverse in der Berichterstattung bislang eine vergleichsweise untergeordnete Rolle spielt.

Wie viele Menschen wissen überhaupt, dass diese Alternativen existieren? Und könnte eine ausführlichere Berichterstattung dazu beitragen, dass sich mehr Menschen bewusst mit der Frage beschäftigen, wem sie ihre persönlichen Daten anvertrauen und welche sozialen Netzwerke sie nutzen möchten?

Über einen entsprechenden journalistischen Beitrag, der sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen des Fediverse beleuchtet, würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Friedhelm Voellmer

Alle die ich angeschrieben habe


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Neue Zürcher Zeitung (Schweiz): leserbriefe@nzz.ch

Man hat ja sonst nichts zu tun.😁😁

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