Katzen in der Sommerhitze: So machst du es deiner Katze erträglich
Katzen lieben die Sonne und genießen es, sich in der Wärme zu räkeln. Aber wenn die Temperaturen richtig hochfahren, wird es für unsere Samtpfoten tückisch. Anders als Menschen können Katzen nämlich kaum schwitzen. Sie haben nur wenige Schweißdrüsen an den Pfoten, und die dienen hauptsächlich dem Absetzen von Duftsignalen, nicht der Wärmeregulation. Um sich abzukühlen, versuchen Katzen über schnelleres Atmen und vermehrtes Ablecken ihres Fells Verdunstungskälte zu erzeugen. Bei extremer Hitze reicht das oft nicht aus. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du deiner Katze den Sommer aber deutlich angenehmer machen.
Ausreichend Wasser bereitstellen
Das Wichtigste bei Hitze ist frisches Wasser. Der Flüssigkeitsbedarf steigt an heißen Tagen deutlich an, und Katzen sind von Natur aus eher zurückhaltende Trinker. Stelle deshalb mehrere Wassernäpfe an verschiedenen Stellen in der Wohnung auf, möglichst weit entfernt vom Futterplatz, denn das entspricht dem natürlichen Verhalten der Katze. Wechsle das Wasser bei Hitze mehrmals täglich, damit es frisch und kühl bleibt. Viele Katzen trinken lieber aus bewegtem Wasser. Ein Trinkbrunnen kann die Wasseraufnahme spürbar erhöhen, weil das fließende Wasser für die Katze attraktiver wirkt. Wichtig ist, einen solchen Brunnen regelmäßig zu reinigen, damit sich keine Keime bilden.
Über das Futter Flüssigkeit zuführen
Eine der wirksamsten Methoden, deiner Katze Flüssigkeit zuzuführen, läuft über das Futter. Nassfutter enthält bis zu achtzig Prozent Wasser und ist damit eine ausgezeichnete Flüssigkeitsquelle. Gerade bei Trinkmuffeln macht das einen großen Unterschied. An heißen Tagen ist es außerdem sinnvoll, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt anzubieten statt einer großen Mahlzeit. So bleibt das Futter frisch und verdirbt in der Wärme nicht so schnell. Du kannst dem Nassfutter auch etwas zusätzliches Wasser unterrühren, um die Flüssigkeitsmenge weiter zu erhöhen. Biete Futter und Wasser aber nie kühlschrankkalt an, da das den Magen reizen kann.
Kühle Rückzugsorte schaffen
Sorge dafür, dass deine Katze mehrere kühle und schattige Plätze in der Wohnung hat. Besonders beliebt sind glatte Stein- oder Fliesenböden, etwa im Bad oder in der Küche. Lass die Türen zu diesen Räumen offen, damit deine Katze sich auf den kühlen Boden legen kann. Auch das Waschbecken oder die Badewanne werden gerne als kühles Plätzchen angenommen. Teppiche und dicke Kuscheldecken kannst du im Hochsommer wegräumen und durch dünne, glatte Unterlagen ersetzen. In höher gelegenen Wohnungen und besonders unter dem Dach heizen sich die Räume schnell auf. Halte tagsüber die Jalousien oder Vorhänge geschlossen und lüfte nur in den kühlen Morgen- und Abendstunden.
Kühlmatten für Katzen
Im Handel gibt es selbst kühlende Gel-Kühlmatten, die ganz ohne Strom und ohne Vorkühlen funktionieren. Sobald sich die Katze darauflegt, nimmt das Gel die Körperwärme auf und gibt sie wieder an die Luft ab. So bleibt die Matte einige Grad kühler als die Umgebung. Achte beim Kauf auf eine passende Größe, eine robuste, kratzfeste Verarbeitung und eine ungiftige Füllung, falls deine Katze einmal hineinbeißt. Wichtig ist, die Matte nur anzubieten und die Katze selbst entscheiden zu lassen, ob sie sie nutzen möchte. Viele Katzen nehmen eine glatte Matte erst nach einer Eingewöhnung an. Du kannst sie an den Lieblingsplatz legen und anfangs ein dünnes Tuch darüberbreiten.
Eingefrorene Wasserflaschen als Kühltrick
Ein einfacher und kostenloser Trick sind eingefrorene Wasserflaschen. Fülle eine Plastikflasche mit Wasser, aber nicht ganz voll, da sich das Wasser beim Gefrieren ausdehnt. Lege die gefrorene Flasche eingewickelt in ein Handtuch an den Lieblingsplatz oder ins Körbchen deiner Katze. Wichtig ist, dass die Katze keinen direkten Kontakt zum Eis hat und den Platz jederzeit verlassen kann. Mit mehreren Flaschen im Wechsel hast du immer Nachschub. Aus einem Karton oder einer Styroporbox, einer dünnen Decke und mehreren gefrorenen Flaschen lässt sich sogar eine richtige kühle Rückzugshöhle bauen. Dafür schneidest du oben ein Einstiegsloch hinein, legst die Decke auf den Boden und stellst die abgedeckten Flaschen an die Rückwand.
Sanfte Abkühlung von außen
Du kannst deiner Katze helfen, ihre Körpertemperatur zu senken, indem du ihr Fell leicht anfeuchtest. Streichle sie dazu mit nassen Händen oder tupfe sie behutsam mit einem feuchten, aber nicht eiskalten Tuch ab. Die entstehende Verdunstungskälte unterstützt genau den Effekt, den die Katze beim Ablecken selbst erzeugt. Ein leicht feuchtes Geschirrtuch kannst du auch auf den Boden oder über einen Wäscheständer legen, sodass die Katze sich freiwillig darauflegen oder daruntersetzen kann. Lege ein nasses Tuch aber niemals auf die Katze, da sich darunter ein Wärmestau bilden kann. Zwinge deine Katze außerdem zu nichts. Viele Katzen mögen kein Wasser und empfinden eine erzwungene Abkühlung als Stress.
Kühle Leckereien für heiße Tage
Mit selbstgemachten Eis-Leckereien kannst du deiner Katze eine willkommene Erfrischung gönnen. Püriere dazu etwas vom gewohnten Nassfutter mit Wasser und friere es in kleinen Förmchen ein. Auch ungewürzte und ungesalzene Hühnerbrühe ohne Zwiebel und Knoblauch eignet sich gut. Lass das Eis vor dem Anbieten ein paar Minuten antauen, damit es nicht eiskalt ist. Solche Leckereien sind als gelegentlicher Snack gedacht, nicht als Mahlzeitersatz. Ein Eiswürfel im Wassernapf hält das Wasser kühl und animiert manche Katze spielerisch zum Trinken. Menschen Eis ist dagegen tabu, da es Zucker und Milch enthält und für Katzen ungeeignet ist.
Ventilatoren richtig einsetzen
Ein Ventilator kann für angenehme Luftbewegung sorgen, sollte aber niemals direkt auf die Katze gerichtet sein. Dauernder Luftzug kann zu Bindehautentzündungen und Erkältungen führen, und neugierige Katzen können sich an den Rotorblättern verletzen. Richte den Ventilator deshalb gegen eine katzenfreie Ecke und stelle ihn sicher und kipp fest auf. Wenn du eine eingefrorene Wasserflasche oder eine Schüssel mit Eiswürfeln davorstellst, verteilt sich die kühlere Luft angenehm im Raum.
Sonnenschutz für helle Katzen
Auch Katzen können einen Sonnenbrand bekommen, besonders weiße, hellfellige und dünnhaarige Tiere. Gefährdet sind vor allem die unbehaarten Stellen wie Ohrränder und Nasenrücken. Wiederkehrende Sonnenbrände an den Ohren können auf Dauer sogar zu Hautveränderungen führen. Halte deine Katze in der intensiven Mittagssonne möglichst im Schatten und creme empfindliche Stellen mit einem geeigneten Sonnenschutz ein. Allgemein wird empfohlen, dafür eine Sonnencreme für Babys zu verwenden, da diese besonders mild und frei von reizenden Zusätzen ist. Achte darauf, dass sie parfümfrei ist und keine für Katzen giftigen Inhaltsstoffe enthält. Im Zweifel sollte die Auswahl mit einem Tierarzt abgesprochen werden.
Aktivität an die Hitze anpassen
An heißen Tagen werden Katzen von selbst ruhiger und bewegen sich weniger, um nicht zusätzlich Wärme zu erzeugen. Unterstütze dieses Verhalten, indem du Spieleinheiten in die kühleren Stunden am frühen Morgen oder am Abend verlegst. Vermeide es, deine Katze in der heißen Mittagszeit zum Spielen aufzufordern. Regelmäßiges Bürsten hilft zusätzlich, denn ein luftigeres Fell ohne lose Unterwolle gibt die Wärme leichter ab. Komplettes Scheren ist dagegen meist keine gute Idee, da das Fell die Katze auch vor Hitze und Sonne schützt.
Für Freigänger vorsorgen
Freigänger suchen sich draußen oft selbst ein kühles Plätzchen, doch auch hier kannst du helfen. Schaffe schattige Bereiche mit Sonnenschirmen, einem Pavillon oder dichten Pflanzen und stelle auch im Garten oder auf dem Balkon eine Schale mit frischem Wasser bereit. Besonders wichtig ist die Vorsicht bei geschlossenen Räumen. Kontrolliere Gartenhäuser, Garagen und Gewächshäuser, bevor du sie schließt, damit deine Katze nicht versehentlich eingesperrt wird. Lasse deine Katze außerdem niemals in einem geparkten Auto zurück, denn dort kann es innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich heiß werden.
Hitzschlag erkennen und handeln
Besonders gefährdet sind Katzen mit dichtem Fell, sehr junge Kitten und ältere Tiere. Ein Hitzschlag ist ein Notfall, den du unbedingt ernst nehmen solltest. Achte auf folgende Warnzeichen: deutlich beschleunigte Atmung, starkes Hecheln mit geöffnetem Maul, vermehrter Speichelfluss, dunkelrotes Zahnfleisch, Teilnahmslosigkeit oder eine schwankende, orientierungslose Bewegung. Zeigt deine Katze solche Anzeichen, bringe sie sofort an einen kühlen, schattigen Ort und feuchte ihr Fell mit lauwarmem, nicht eiskaltem Wasser an, um die Temperatur langsam zu senken. Beginne dabei an den Pfoten und Gliedmaßen. Eiskaltes Wasser ist gefährlich, da es einen Kreislaufschock auslösen kann. Biete ihr lauwarmes Wasser zum Trinken an, zwinge sie aber nicht dazu. Suche in jedem Fall umgehend einen Tierarzt auf, auch wenn es der Katze nach dem Kühlen scheinbar besser geht, denn versteckte Organschäden sind möglich.
Das Wichtigste auf einen Blick
Mit ein paar einfachen Vorkehrungen kommt deine Katze gut durch den Sommer. Biete ihr immer frisches Wasser und kühle Rückzugsorte, halte die Wohnung durch geschlossene Jalousien angenehm temperiert und passe Fütterung und Spiel an die Hitze an. Kühlmatten, eingefrorene Wasserflaschen und selbstgemachte Eis-Leckereien sind schöne Ergänzungen, sollten aber immer freiwillig angenommen werden. Beobachte deine Katze aufmerksam und lerne ihr normales Verhalten bei Wärme kennen. So erkennst du frühzeitig, wenn ihr die Hitze doch einmal zu sehr zusetzt, und kannst rechtzeitig helfen.
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Doris
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