Mark Twain und seine Katzen


Mark Twain und seine Katzen

Samuel Langhorne Clemens (1835 bis 1910), besser bekannt als Mark Twain, wurde in Florida im Bundesstaat Missouri geboren und starb in Redding, Connecticut. Weltberühmt wurde er mit „Die Abenteuer des Tom Sawyer“ (1876) und „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ (1885). Bevor er Schriftsteller wurde, arbeitete er als Flussschiffer auf dem Mississippi und als Journalist. Seine Texte stecken voller Witz, Lokalkolorit und scharfer Gesellschaftskritik. Und er hatte eine große Schwäche für Katzen. 🐱

Eine ganze Katzenschar
Twain soll zeitweise bis zu 19 Katzen gleichzeitig gehabt haben, vor allem in den Sommern auf Quarry Farm in Elmira im Bundesstaat New York. Das war der Sommersitz der Familie seiner Frau. Die Namen der Tiere waren so ungewöhnlich wie ihr Besitzer: Apollinaris, Beelzebub, Blatherskite, Buffalo Bill, Satan, Sin, Sour Mash, Tammany, Zoroaster, Soapy Sal und Pestilence. Der Kater Sour Mash reiste sogar mit der Familie zwischen Elmira und dem Wohnhaus in Hartford hin und her.

Katzen zum Mieten
Wenn Twain verreiste und seine Katzen nicht mitnehmen konnte, mietete er sich kurzerhand neue. 1906 lieh er sich in Dublin im Bundesstaat New Hampshire drei Kätzchen, darunter eines namens Sackcloth, und ließ den Besitzern Geld für ihre Pflege da. Sein Biograf Albert Bigelow Paine hat die Geschichte festgehalten. Ein Haus ohne Katze war für Twain offenbar einfach kein richtiges Zuhause.

Der verschwundene Bambino
Als Bambino, der Kater seiner Tochter Clara, verschwand, gab Twain eine Suchanzeige im „New York American“ auf und lobte 5 Dollar Belohnung aus. Den Kater beschrieb er darin als „groß und tiefschwarz, mit dichtem, samtigem Fell“. Bambino kam schließlich von ganz allein wieder nach Hause. Wer seine Katze schon einmal vermisst hat, kann Twains Sorge sicher gut nachvollziehen.

Katzen in Twains Werk
In „Tom Sawyer“ gibt es den Kater Peter, dem Tom eine bittere Medizin einflößt, weil er sie selbst nicht schlucken mag. Die Szene gehört zu den bekanntesten des Romans. In seinem Essay „The Lowest Animal“ schrieb Twain sinngemäß: Die Katze ist unschuldig, der Mensch nicht. Auch in seinen Notizen und Briefen tauchen Katzen immer wieder auf.

Berühmte Sprüche
Der bekannteste Satz stammt tatsächlich von ihm: Wenn man den Menschen mit der Katze kreuzen könnte, würde das den Menschen verbessern, die Katze aber verschlechtern. Dazu passt, dass Twain die Menschheit in seinen späten Jahren als das niedrigste aller Tiere bezeichnete.

Was man sich außerdem erzählt
Einige Geschichten rund um Twain und seine Katzen sind nicht sicher belegt, aber sie werden gern weitergegeben:

  • Ihm wird der Spruch zugeschrieben, die Katze sei das einzige Geschöpf, das sich nicht zum Sklaven der Peitsche machen lasse.
  • Von einem grauen Kätzchen namens Lazy heißt es, es habe gern auf Twains Schulter gesessen und sei dabei fast mit seinem grauen Anzug verschmolzen.
  • Seine Tochter Susy soll augenzwinkernd gesagt haben, ihre Mutter liebe die Moral und ihr Vater die Katzen.
  • Laut Paine soll Twain gemeint haben, Hunde verhielten sich wie unterwürfige Untertanen, Katzen dagegen behielten auch nach schlechter Behandlung ihre Würde.


Mehr als nur ein Hobby
Für Twain waren Katzen keine Spielerei. Er bewunderte ihren Stolz, ihre Unabhängigkeit und ihren Eigensinn, Eigenschaften, die er bei Menschen oft vermisste. Seine Katzenliebe passt zu seinem Humor und seiner Skepsis gegenüber der Menschheit: Die Katzen waren Gefährten, die ihm halfen, genau diesen Blick auf die Welt zu behalten.


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