William S. Burroughs und seine Katzen


William S. Burroughs und seine Katzen

William S. Burroughs (1914–1997), bekannt als provokanter Autor der Beat-Generation (Naked Lunch u. a.), war auch ein leidenschaftlicher Katzenliebhaber.

In seinem Buch The Cat Inside (zunächst als limitierte Ausgabe, 1992 dann bei Viking erschienen) erklärt Burroughs seine Liebe zu Katzen. Er nennt sie darin „Seelengefährten“ und sogar angeborene „Staatsfeinde“.

Schon diese ungewöhnlichen Bezeichnungen deuten an, dass Katzen für ihn unabhängige, fast mystische Gefährten sind. Er sieht in ihnen gleichberechtigte, unbestechliche Gefährten.

In The Cat Inside spricht Burroughs von Katzen als „psychic companions“ (etwa seelische Begleiter) und als angeborene „enemies of the state“. Für ihn symbolisieren Katzen Intuition, Freiheit und Widerstand gegen Unterordnung. Er lobt sie als praktische Wesen: „Like all pure creatures, cats are practical.“ Und er betont: „The cat does not offer services. The cat offers itself.“ Damit unterstreicht er: Eine Katze fordert Pflege und Schutz, doch im Gegenzug bietet sie dem Menschen nichts außer ihrer bloßen Gegenwart. Liebe kann man bei ihr nicht erkaufen.

Auch alltägliche Verhaltensweisen faszinieren Burroughs. Er schildert etwa, wie Katzen nach dem Fressen ihren Pelz putzen, und merkt scherzhaft an, dass Katzen lieber andere das Futter liefern lassen, ein Zeichen ihrer Unabhängigkeit.

In einer Passage spekuliert er über den Ursprung der Katze: „Cats didn't start as mousers... I postulate that cats started as psychic companions, as Familiars...“ Damit führt Burroughs aus, dass Katzen ursprünglich nicht als Mäusefänger gezüchtet wurden, sondern von Anfang an als geistige Gefährten des Menschen galten.

Burroughs zog 1981 nach Lawrence (Kansas) um und wohnte dort sechzehn Jahre lang bis zu seinem Tod, seine längste Wohnphase an einem Ort. Gleich nach seiner Ankunft freundeten sich drei oder vier Streuner mit ihm an. Über die Jahre lebten viele Katzen bei ihm, darunter Ruski, Fletch, Spooner und Calico Jane. Burroughs pflegte sie fürsorglich, rief sie beim Namen und gab ihnen ein liebevolles Zuhause.

Auch in seinen persönlichen Notizen stehen Katzen immer wieder im Mittelpunkt. In seinem letzten Tagebucheintrag schreibt Burroughs: „Only thing can resolve conflict is love, like I felt for Fletch and Ruski, Spooner, and Calico. Pure love. Love? LOVE.“ Frei übersetzt heißt dies: „Nur Liebe kann Konflikte lösen, so wie ich sie für Fletch und Ruski, Spooner und Calico empfunden habe. Reine Liebe. Liebe? LIEBE.“

Als Allen Ginsberg ihn gegen Lebensende fragte, ob er geliebt werden wolle, antwortete Burroughs trocken: „Von meinen Katzen auf jeden Fall.“ („By my cats, certainly.“)

Viele Jahre lang bezog Burroughs das Magazin Cat Fancy und hortete Hunderte von Ausgaben in seiner Privatbibliothek. Die Zentrale des Magazins lag übrigens in der Burroughs Drive 3 in Irvine, Kalifornien, eine hübsche Fügung für einen Mann, der der Zahl 3 besondere Kräfte zuschrieb.

Wichtige Zitate aus The Cat Inside (Auswahl)

Burroughs hinterließ in seinem Katzenbuch viele denkwürdige Formulierungen, die seine Einstellung verdeutlichen:

„My relationship with cats has saved me from a deadly and pervasive ignorance.“ Seine eigene Erkenntnis, dass ihn die Liebe zu Katzen vor einer gefährlichen Unwissenheit bewahrt hat.

„Cats didn't start as mousers... I postulate that cats started as psychic companions, as Familiars...“ Die These, dass Katzen von Anfang an als geistige Gefährten des Menschen gedacht waren.

„Like all pure creatures, cats are practical.“ Für Burroughs sind Katzen reine Wesen, die auf das Wesentliche fokussiert sind.

„The cat does not offer services. The cat offers itself... You don't buy love for nothing.“ Die Katze schenkt ihre Liebe unentgeltlich, Zuneigung kann man bei ihr nicht erkaufen.

William S. Burroughs' Blick auf Katzen offenbart eine überraschend sanfte Seite dieses oft rauen Schriftstellers. Für ihn waren Katzen tatsächlich Seelengefährten, denen er bedingungslos vertraute. Seine Worte klingen bis heute wie eine Ode an die Katzenwelt: „My relationship with cats has saved me from a deadly and pervasive ignorance.“ In seinen Anekdoten und Schriften wird deutlich, dass Katzen sein Leben erhellten und ihm Liebe sowie Trost spendeten. Burroughs' Katzenphilosophie hebt stets die Unabhängigkeit der Katzen und die Kraft bedingungsloser Liebe hervor, Gedanken, die ihm tiefe Erfüllung schenkten.



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