Gesundheitscheck bei älteren Katzen: Lohnt sich das wirklich?


Die Katze frisst, spielt und schläft wie immer, also ist alles in Ordnung. Das denken viele Halter. Ein belgisches Forschungsteam der Universität Gent hat genauer hingesehen.

So wurde geforscht

259 Katzen ab 7 Jahren, die nach Meinung ihrer Besitzer gesund waren, wurden gründlich untersucht: Abtasten, Blutdruck, Blut und Urin. Wer wirklich gesund war, kam zwei Jahre lang alle sechs Monate wieder.

Was beim ersten Check herauskam

  • Bei gut jeder fünften Katze (21 Prozent) wurde etwas gefunden, was die Besitzer nicht bemerkt hatten.
  • Am häufigsten waren Nierenerkrankungen (7,7 Prozent) und eine Schilddrüsenüberfunktion (4,6 Prozent).
  • Bei den 7 bis 10 Jahre alten Katzen betraf es 12 Prozent, bei den über 10 Jahre alten 35 Prozent.
  • 40 Prozent der Katzen waren übergewichtig, gut ein Drittel hatte mittelschwere bis schwere Zahnprobleme, und bei 22 Prozent fiel das Herz beim Abhören auf.

Und danach?

Von den Katzen, die beim ersten Check als gesund galten, erkrankten innerhalb von zwei Jahren 28 Prozent der 7 bis 10 Jahre alten und 54 Prozent der über 10 Jahre alten Katzen. Am häufigsten waren:

  • Nierenerkrankung (13,4 Prozent)
  • Schilddrüsenüberfunktion (8,5 Prozent)
  • Chronische Probleme mit Magen-Darm, Leber oder Bauchspeicheldrüse (7,5 Prozent)
  • Tumorerkrankungen (7 Prozent)

Ein Detail zur Schilddrüse

Katzen, bei denen die Tierarztpraxis einen Knoten am Hals ertasten konnte, entwickelten deutlich öfter eine Überfunktion (26 Prozent) als Katzen ohne Knoten (3 Prozent). Bei einem Drittel der Katzen mit Überfunktion war aber nichts zu ertasten. Deshalb lohnt sich auch der Bluttest.

Was das für uns heißt

Die Fachleute empfehlen für Katzen von 7 bis 10 Jahren einen Check alle ein bis zwei Jahre, ab 10 Jahren alle sechs Monate. Viele Erkrankungen fallen im Alltag lange nicht auf, weil Katzen Beschwerden gut verbergen und wir kleine Veränderungen gern dem Alter zuschreiben.

Wichtig zur Einordnung

Die Besitzer mussten bereit sein, zwei Jahre lang mehrfach in die Praxis zu kommen. Das waren vermutlich besonders aufmerksame Halter, die Zahlen lassen sich also nicht eins zu eins auf alle Katzen übertragen. Auch ersetzt so ein Beitrag keine Diagnose, die gehört immer in die Hände der Tierarztpraxis.

Quelle: Mortier F., Daminet S., Marynissen S., Smets P., Paepe D.: "Value of repeated health screening in 259 apparently healthy mature adult and senior cats followed for 2 years", Journal of Veterinary Internal Medicine 2024; 38:2089–2098, Open Access, doi.org/10.1111/jvim.17138


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