Erster RNA-Impfstoff für Katzen in der EU zugelassen


Erster RNA-Impfstoff für Katzen in der EU zugelassen

Die Europäische Kommission hat Ende Juli 2026 den Impfstoff Nobivac NXT HCPChFeLV zugelassen. Es ist der erste Tierimpfstoff in der EU, der selbstvervielfältigende RNA enthält. Vorausgegangen war im April die positive Empfehlung des Ausschusses für Tierarzneimittel bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA).

Gegen welche Erreger schützt er?
Der Impfstoff richtet sich gegen fünf Erreger: das Herpesvirus und das Calicivirus (beide beteiligt am Katzenschnupfen), das Katzenseuche-Virus, das Bakterium Chlamydia felis und das feline Leukämie-Virus, kurz FeLV. Diese Erreger verursachen unter anderem Erkrankungen der oberen Atemwege und der Augen, schwere Infektionen und Erkrankungen des Immunsystems.

Was ist eigentlich RNA?
RNA ist ein Botenstoff, den jede Körperzelle ohnehin ständig benutzt. Man kann sie sich als Kopie einer Bauanleitung vorstellen: Sie sagt der Zelle, welches Eiweiß sie herstellen soll. Ist das Eiweiß gebaut, wird die RNA wieder abgebaut. Bei diesem Impfstoff enthält die RNA die Bauanleitung für ein einzelnes Eiweiß des Leukose-Virus. Die Zellen stellen es kurz her, das Immunsystem lernt es kennen und kann bei einer echten Ansteckung schneller reagieren. Das ganze Virus ist dabei nicht im Impfstoff.

Was ist neu daran?
Für Herpesvirus, Calicivirus, Katzenseuche und Chlamydien enthält der Impfstoff abgeschwächte Erreger, wie man es von bisherigen Katzenimpfstoffen kennt. Neu ist der Leukose-Teil. Hier ist die RNA „selbstvervielfältigend", sie kann sich in den Körperzellen vorübergehend und in begrenztem Umfang selbst kopieren. Verpackt ist sie in einer Virushülle, die sich nicht vermehren kann. Die Hülle dient nur als Transporter in die Körperzellen, neue Hüllpartikel können nicht entstehen.

Was sagen die Studien?
Die EMA hat Daten aus 15 Studien unter kontrollierten Bedingungen und aus einer Feldstudie mit 142 Katzen im ganz normalen Alltag ausgewertet. Der Schutz setzt etwa eine Woche nach der Impfung ein. Nach der Grundimmunisierung hält er bei der Katzenseuche drei Jahre an, bei den anderen vier Erregern ein Jahr.

Wie verträglich ist er?
Der Impfstoff wird im Allgemeinen gut vertragen. Am häufigsten sind eine Schwellung an der Einstichstelle und erhöhte Körpertemperatur, meist etwa einen Tag lang. Das betrifft laut EMA 1 bis 10 von 100 geimpften Katzen und ist für Impfungen typisch. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung gilt er auch für die impfende Person und die Umwelt als sicher. Angewendet werden darf er nur bei gesunden Tieren.

Was heißt das für euch?
Welche Impfungen für eure Katze sinnvoll sind, hängt von Alter, Gesundheit und Lebensweise ab, zum Beispiel davon, ob sie Freigang hat oder mit anderen Katzen zusammenlebt. Das besprecht ihr am besten mit eurer Tierarztpraxis, dort erfahrt ihr auch, ob und wann der neue Impfstoff verfügbar ist.

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Als Antwort auf lexe

Das sind Verschwörungstheorien von irgendwelchen Schwurblern.

Die mRNA aus der Impfung liefert nur kurz eine Bauanleitung für ein Protein, wird danach vom Körper abgebaut wie Müll, und kommt nie mit unserem Erbgut im Zellkern in Kontakt. Die Behauptung, das sei ein “Mordwirkstoff”, ist wissenschaftlich einfach widerlegt – eher Panikmache als Fakt.

Das haben unter anderem das Robert-Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut hier in Deutschland geprüft und bestätigt, dazu kommen zahlreiche unabhängige wissenschaftliche Studien weltweit, die den Abbau-Mechanismus der mRNA genau untersucht haben. Die Ergebnisse stimmen alle überein: keine Integration ins Erbgut.

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